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MPU wegen Drogen

Warum überhaupt MPU bzw. eine Eignungsuntersuchung?

Bei vielen Verkehrsdelikten besteht eine hohe Wiederholungsgefahr. Die Führerscheinbehörde muss deshalb in vielen Fällen prüfen, ob diese hohe Wiederholungsgefahr immer noch besteht. Oder ob der Bewerber zum Führen eines Kraftfahrzeuges wieder geeignet ist. Um über den Führerscheins entscheiden zu können, fordert die Behörde in besonderen Fällen (bei Drogenfahrten: so gut wie immer) eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) oder eine ärztliche Untersuchung an.

Wenn bei Ihnen eine solche Untersuchung angefordert wurde, sollten Sie so früh wie möglich handeln! Durch frühzeitige Information und entsprechende Vorbereitung können Sie enorm viel tun, um Ihre Fahreignung wieder herzustellen. Und damit haben Sie alle Chancen auf ein positives Ergebnis.

Übrigens: Auch wenn keine Untersuchung ansteht, kann man nach einer Drogenauffälligkeit mit Bezug zum Straßenverkehr eine Menge für den Führerschein tun. Eine Übersicht sehen Sie hier:

Wegweiser: Führerscheinprobleme durch Drogen (pdf)

Drogen: Anlass und gesetzliche Grundlagen der Untersuchungen

Fahrerlaubnisbehörde ordnet in den folgenden Fällen ein ärztliches Gutachten an:

  • Abhängigkeiten von Stoffen, die dem Betäubungsmittelgesetz (BtmG) unterliegen
  • Einnahme von Betäubungsmitteln im Sinne des BtMG
  • missbräuchlicher Einnahme psychoaktiver Arzneimittel

Desweiteren kann auch bei widerrechtlichem Besitz von Betäubungsmitteln (Btm) ein ärztliches Gutachten angeordnet werden.

Tipp: Diese ärztlichen Gutachten können Sie auch bei den Verkehrsmedizinern der MPU-Begutachtungstellen (z.B. bei TÜV SÜD) bekommen.

Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet in den folgenden Fällen ein Medizinisch-Psychologisches Gutachten an:

  • wenn die Fahrerlaubnis aus einem der oben genannten Gründe entzogen war,
  • um zu klären, ob noch Abhängigkeit vorliegt oder noch Btm eingenommen werden,
  • bei gelegentlichem Cannabis-Konsum, wenn geklärt werden soll, ob Konsum und Verkehrsteilnahme zuverlässig getrennt werden können

Die Fahrerlaubnisbehörde kann ein Medizinisch-Psychologisches Gutachten anordnen bei:

  • gelegentlicher Einnahme von Cannabis,
  • um sonstige Zweifel auszuräumen.

Die Maßnahmen sind geregelt durch:


Bei einem Betäubungsmittelverstoß in der Probezeit ordnet die Führerscheinbehörde eine Nachschulung an. Sollte ihr Führerschein entzogen sein, so besteht unter besonderen Bedingungen die Möglichkeit auf Sperrfristverkürzung.

Vorbereitung auf die MPU bei Drogen

Damit Sie Ihren Führerschein wieder bekommen, müssen Sie einen Antrag bei der Fahrerlaubnisbehörde stellen. Diese Behörde finden Sie abhängig von Ihrem Hauptwohnsitz in der Verwaltung der kreisfreien Stadt oder dem Landratsamt. Sie können und sollten den Antrag drei Monate vor Ablauf der Sperrfrist stellen. Der Führerschein kann erst dann wiedererteilt werden, wenn:

  • die Sperrfrist abgelaufen ist
  • wenn keine Eignungszweifel zum Fahren von Kraftfahrzeugen mehr bestehen (sie diese also durch die MPU ausgeräumt haben)

Am Ende der Sperrfrist ist die Führerscheinbehörde immer verpflichtet zu prüfen, ob der Bewerber zum Führen eines Kraftfahrzeuges überhaupt geeignet ist, bevor sie eine neue Fahrerlaubnis erteilt. Sie soll also eine Aussage treffen, ob für den Bewerber eine Wiederholungsgefahr besteht. In besonderen Fällen fordert Sie Sie zu einer MPU bei einer neutralen Begutachtungsstelle auf. Dieses Gutachten soll die Behörde in Ihrer Entscheidungsfindung unterstützen.

Wegweiser bei Führerscheinproblemen durch Drogen(pdf) (entweder Download oder Öffnen auf neuer Seite)

Ablauf einer MPU

Die Begutachtung findet stets durch zwei Gutachter, nämlich einen Arzt und einen Psychologen statt. Die MPU richtet sich immer nach der individuellen Fragestellung. Der Ablauf besteht aus 3 Schritten:

  1. Überprüfung Ihrer Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit an einem Testgerät
  2. Medizinische Untersuchung
  3. Verkehrspsychologisches Gespräch

Und darum geht es in diesem Untersuchungsgespräch:

  1. Wie kam es zu der Drogenauffälligkeit? Welche Verhaltensweisen haben dazu geführt? Worin sehen Sie persönliche Ursachen? Welche Gedanken haben Sie sich nach der Auffälligkeit gemacht?
  2. Welche Konsequenzen haben Sie aus dem Vorfall gezogen? Was haben Sie sich vorgenommen? Welche konkreten Veränderungen haben stattgefunden?
  3. Wie können Sie Ihre Vorsätze auch in Zukunft tragen? Was wollen Sie tun, um nicht wieder mit Drogen aufzufallen?

Wie so ein Untersuchungstag und vor allem das Gespräch genau abläuft, können Sie sich hier im Video anschauen

Tipp: Wenn Sie keine Drogen mehr konsumieren, können Sie das mit einem anerkannten Drogenscreening (Urinanalyse oder Haaranalyse) bei der TÜV SÜD Life Service GmbH nachweisen. Ein Anwalt kann Sie dazu beraten und Ihnen bei der Anmeldung helfen

Nach der MPU

Nach der Untersuchung gibt es drei mögliche Ergebnisse eines medizinisch-psychologischen Gutachtens:

  1. Positiv - die Eignungszweifel wurden ausgeräumt.*
  2. Kursempfehlung - nicht alle Eignungszweifel wurden ausgeräumt, die Defizite können Sie aber durch den Besuch eines sogenannten "§70-Kurses" beheben.*
  3. Negativ - die Eignungszweifel wurden nicht ausgeräumt.*

*Wichtig: Das Gutachten ist nur eine Empfehlung für die Führerscheinbehörde - die Entscheidung über Ihren Führerschein trifft letztendlich sie.

§70-Kurse

Sie haben eine MPU absolviert und Ihnen wurde im Gutachten die Teilnahme an einem "Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung nach §70 FeV" empfohlen. Die Gutachter haben Ihnen also eine Nachschulung empfohlen, damit Sie Ihren Führerschein wiederbekommen und ihn auch behalten. Wenn Sie jetzt am Kurs Drugs bei der TÜV SÜD Pluspunkt GmbH teilnehmen und die Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme bei Ihrer Führerscheinstelle vorlegen, bekommen Sie in der Regel Ihren Führerschein wieder. Ein Rechtsanwalt kann Ihnen bei der Anmeldung helfen.

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Nehmen Sie jetzt Kontakt mit einem Rechtsanwalt in Ihrer Nähe auf! Das hat folgende Vorteile:

  1. Er kann Sie juristisch beraten, was nun auf Sie zukommt.
  2. Er kann Ihnen bei der Abwicklung von Formalitäten (z.B. Antrag auf Neuerteilung des Führerscheins, Anmeldung zur MPU) helfen.
  3. Er kann Sie bei der Vorbereitung auf Ihre MPU unterstützen.
  4. Er kann Sie beraten, welches Nachweisprogramm für Sie geeignet ist.

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